2006

Thüringisch-Fränkischer Geschichtsverein e.V.

 

  • gemeinnütziger Verein für Heimatkunde, Heimatpflege, Denkmalschutz und Denkmalpflege
  • seit 2004 Förderverein der Burgruine Rauenstein und des Museums Schloss Rauenstein

 

Pressearchiv 2006

 

Unveröffentlichter Leserbrief für Freies Wort

 

Manchmal verhindert ein Verein, dass ein alter Turm verschwindet.

 

Leserbrief zum Artikel „Manchmal verschwindet halt ein alter Turm…“

 

In seinem Artikel vom 24. Oktober beleuchtet Jens Voigt klar das Dilemma des Denkmalschutzes in Thüringen zwischen Verantwortung der Denkmaleigentümer, Erwartungen von Denkmalschützern und der Lastenverteilung unter den Beteiligten.

 

Privaten Initiativen und Vereinen sei Dank, kann ein großer Teil des historisch wertvollen Erbes Thüringens erhalten werden, die die „Zuschussobjekte“ vielerorts wieder zu neuem Leben erwecken und dabei „richtig tolle Lösungen“ finden, überforderten Kommunen Sorgen abzunehmen bzw. diese mit ihnen zu teilen und dadurch die „Tristesse“ im Burgenland Thüringen in Grenzen halten.

 

Auch ohne den Wald voller Bäume als Finanzgrundlage des, im Artikel genannten Dorfes Rauenstein, bemüht sich seit fast zweieinhalb Jahren der Thüringisch-Fränkische Geschichtsverein e.V. (www.TFGV.de) darum, dass der alte Turm und mit ihm die Burgruine Rauenstein nicht einfach verschwindet.

 

Dem Verein gelang es, in zahllosen Korrespondenzen und Konferenzen mit der Landes-entwicklungsgesellschaft (LEG-Thüringen), dem Landesamt für Denkmalpflege, der Gemeinde etc. eine fast beschlossene Sprengung des Objekts zu verhindern. Maßgeblich war der junge Verein auch an der nun begonnenen Sanierung der Burgruine beteiligt, indem er sich auch für die Identifikation der Bürger mit dem Denkmal einsetzte und es wieder in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses rückte. Davon ausschließlich können Burgen und Burgruinen langfristig existieren.

 

Seither aber scheint es, als hätten die Vereinsmitglieder, zumindest für den Augenblick, in dem die Lorbeeren medienwirksam verteilt wurden, ihre Schuldigkeit getan. Ein angedachter Pflege- und Nutzungsvertrag zwischen Gemeinde und Verein verstaubt seit einem halben Jahr neben anderen Konzepten in einer Schublade des neuen Denkmaleigentümers, des Bürgermeisters der Gemeinde. Von gegenseitigem Informationsaustausch ist nichts mehr zu spüren, über weitere Schritte wird nichts bekannt. Ja, auch so kann man ehrenamtliches Engagement mit Füßen treten.

 

Das bisher vom Verein Geleistete soll und darf dennoch Mut machen, getreu dem Motto, „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“, denn nur wo sich Bürger, Bürgerinitiativen und Vereine engagieren, wird keinem gleichgültigen „Abriss […] stillschweigend zugestimmt“.

 

(Kai-Marian Büttner)

 

 

Freies Wort, Freitag, 13.10.2006

 

Rezension von Thomas Schwämmlein

 

Standardwerk von Koch neu aufgelegt

 

Mit seinem ersten Sonderheft legt der in Rauenstein beheimatete Thüringisch-Fränkische Geschichtsverein ein Standardwerk der regionalen Wirtschaftsgeschichte, die 1908 von Louis Koch verfasst worden ist, neu auf.

 

Rauenstein – An Literatur zur Geschichte der heimischen Porzellanindustrie […] herrscht kein Mangel. Indessen kann von einem befriedigenden Forschungsstand keine Rede sein. Es ist daher erfreulich, wenn eines der frühen Standardwerke, über die spätere Untersuchungen nur in Einzelfragen hinausgingen, wieder aufgelegt wird. […]

 

Dass die Arbeit von Louis Koch bis heute als ein Standardwerk gilt, liegt vor allem an den vom Verfasser ausgewerteten Quellen, die zum Teil in vollem Wortlaut wiedergegeben werden.

 

Unabhängig vom Charakter des Standardwerks sind Neuauflagen solcher Publikationen jedoch auch problematisch. Neben dem fortgeschrittenen Forschungsstand muss auch berücksichtigt werden, dass Form und Ausstattung der Zeit um 1908 nicht mehr heutigem Standard entsprechen. Zu begrüßen ist deshalb, dass der Herausgeber, Kai-Marian Büttner, sich nicht für ein Reprint entschieden hat, sondern für einen behutsam redigierten und ergänzten Nachdruck des Originals. […] Dem Text Kochs ist eine Einführung von Kai-Marian Büttner vorangestellt, in der er kurz den Forschungsstand referiert. Der Kochsche Text wird in einzelnen Anmerkungen, die deutlich als Ergänzungen kenntlich gemacht sind, kommentiert.

 

Die Neuauflage der Arbeit von Louis Koch bietet damit Anknüpfungspunkte für weitergehende Forschungen zur Geschichte der Südthüringer Porzellanindustrie. Damit ist dem noch relativ jungen Verein in Rauenstein ein guter Start mit dem ersten Sonderheft geglückt. […]

 

 

Freies Wort, Freitag, 25.08.2006

 

LEG veräußert namensstiftendes Wahrzeichen Rauensteins an die Gemeinde

 

Zukunftsfähige Lösung für Burgruine

 

SONNEBERG/RAUENSTEIN – Für den Bürgermeister Effelder-Rauensteins, Jost Morgenroth, war es einer jener denkwürdigen Tage seiner Amtszeit: Gemeinsam mit LEG-Chef Frank Krätschmar erschien er vor dem Notar, um den Kaufvertrag für die Burgruine zu unterzeichnen. Jetzt ist er quasi „Burgherr“.

 

Allerdings einer, in dessen Brust zwei Seelen schlagen, wie er freimütig gesteht. „Ich hätte gerne darauf verzichtet, weil es wichtigere Dinge in der Gemeinde gibt und ein Teil der Bevölkerung gewiss wenig Verständnis dafür aufbringt“, sagt er. Doch andererseits sei er sich des Symbolcharakters dieses Wahrzeichens sehr wohl bewusst. „Ich hätte dem Druck der Bürger nicht stand gehalten, wenn ich nicht selber ein Verfechter der Wahrung historischer Identität wäre.“

 

Ausgangspunkt der Forderung nach Bewahrung der Ruine war ein Theaterstück über deren Geschichte, das zur 650-Jahr-Feier Rauensteins für Furore sorgte. Schon kurz darauf nahm die Gemeinde Kontakt zur LEG auf und forderte, dass für den Erhalt des namensstiftenden Reliktes Rauensteins etwas getan wird. (Nachdem ein Sturm in den 70er Jahren den alten Buchenbestand auf dem Berg erheblich geschädigt hatte, war die Ruine zusehends weiter verfallen.)

 

Die Landesentwicklungsgesellschaft begann auf Druck der Gemeinde zwar mit einer Notsicherung, an der sich auch die Kommune beteiligte, war allerdings zu weiteren Zugeständnissen, etwa einer Komplettsanierung, nicht bereit.

 

Doch im Rathaus von Effelder-Rauenstein ließ man nicht locker. Unter dem neuen LEG-Geschäftsführer Frank Krätschmar hätten schließlich erneute Gespräche begonnen, hieß es. Und diese führten schließlich zu konkreten Verhandlungen über die Rückübertragung. Die LEG Thüringen veräußerte vorgestern die geschichtsträchtige Immobilie zum symbolischen Preis von einen Euro an die Gemeinde.

 

Allerdings: Erwerber und Verkäufer kommen jetzt gemeinsam für Maßnahmen zur dauerhaften Sicherung der baufälligen Ruine auf, indem die LEG einen Kostenanteil von maximal 38 793 Euro übernimmt. Die Gemeinde steuert rund 6500 Euro bei. „Mit der zweiten Sicherungsphase im Herbst durch eine Fachfirma soll die endgültige Erhaltung der Ruine gewährleistet werden“, erklärte Morgenroth und versicherte, dass er als Bürgermeister seiner „Verantwortung für die Ruine nachkommen werde“. Trotz der neuerlichen finanziellen Belastungen für das Gemeindebudget setzt die Übertragung auch positive Signale. „Wenn die Ruine erst einmal gesichert ist, sind wir in der Lage, das Areal im Umkreis zwischen Burg und Kirche auch touristisch zu erschließen“, erklärte Morgenroth. Die Vereine Rauensteins, besonders hervorzuheben der engagierte Thüringisch-Fränkische Geschichtsverein, hätten ihre Mitwirkung wiederholt zugesichert.

 

Geschichtliches

 

Die erste urkundliche Erwähnung der Burg Rauenstein datiert aus dem Jahre 1349. Die historische Quelle berichtet, dass die Herren von Schaumberg dieses Bauwerk errichteten. Zwischen 1216 und 1400 gehörten die Schaumberger zu den bedeutendsten Adelsgeschlechtern im südlichen Vorland des Thüringer Waldes. Nach einigen Besitzwechseln vernichtete im Jahre 1569 ein Feuer die Kemenaten und den Bergfried der Burg. Im Dreißigjährigen Krieg (1618 – 1648) wurde die Anlage endgültig zerstört. Der Nachwelt erhalten blieb die weithin sichtbare Bergfriedruine, die wie ein Wahrzeichen über Rauenstein thront. Nach 1900 nahm sich

der Thüringerwald-Verein der Ruine an, nach 1945 der Kulturbund, denn bis 1990 war die Ruine Eigentum der Gemeinde. 1991 kam sie zum Land.

 

(Regina Haubold)

 

 

Freies Wort, Freitag, 26. Juli 2006

 

Preise für junge Künstler

 

Schüler aus den Kreisen Sonneberg und Coburg malten eifrig mit

 

Bei strahlendem Sonnenschein, kurz vor Schuljahresende, gab es noch ein Highlight für 20 Grundschüler aus dem Sonneberger und Coburger Raum. Die Sieger des Mal- und Zeichenwettbewerbs des Thüringisch-Fränkischen Geschichtsvereins wurden geehrt.

 

Rauenstein – Dieser Tage hatte der Organisator die Erst- bis Viertklässler, welche sich am […] Mal- und Zeichenwettbewerb erfolgreich beteiligt hatten, zur Preisverleihung ins [Neue Schloss] Rauenstein eingeladen. […] Beachtlich mit welcher Kreativität die Schüler ans Werk gingen. Es entstanden wahre, kleine Kunstwerke, die noch bis zum 30. Juli im Porzellankabinett des Schlosses zu bewundern sind. Der Geschichtsverein will bereits die Jüngsten sensibilisieren, denn viele Burgen und Burgruinen sind dem Verfall preisgegeben. Auch mit ihren Zeichnungen machen die Schüler auf die Problematik aufmerksam.

 

„Natürlich freuen wir uns über jeden Besucher und über das Interesse der Eltern, Großeltern und Lehrer, an den Arbeiten ihrer Kinder“, hieß es seitens des Vorsitzenden des Geschichtsvereins, Kai-Marian Büttner. Tatkräftig unterstützt wurde der diesjährige Wettbewerb auch von Christel Geiger, Mitarbeiterin des Rauensteiner Museums.

 

Dank vieler Sponsoren wurden attraktive Preise möglich. […] In einem waren sich die Schüler und Lehrer aus Südthüringen und Oberfranken einig, sie wollen sich auch im nächsten Jahr wieder mit Pinsel und Farbe ins Mittelalter zurück versetzen, wenn der Verein den 3. Mal- und Zeichenwettbewerb ausschreibt. Vielleicht sind dann auch wieder alle Grundschulen des Schaumberger Landes mit dabei, wie beim ersten Mal.

 

 

Freies Wort, Freitag, 30. Juni 2006

 

Mal- und Zeichenwettbewerb - "Mit Farbe und Pinsel ins Mittelalter eingetaucht"

 

Grundschüler aus Südthüringen und Oberfranken tauchten mit Pinsel und Farbe ins Mittelalter ein. […] Heuer zum zweiten Mal hatte der Thüringisch-Fränkische Geschichtsverein […] zum Länderübergreifenden Mal- und Zeichenwettbewerb aufgerufen, nachdem der erste Wettstreit im Vorjahr auf solch breite Resonanz gestoßen war. […] So ist es nun schon Tradition, dass die Jüngsten mit Pinsel und Farbe ins Mittelalter eintauchen. […]

 

Mit viel Interesse und künstlerischem Talent gestalteten die Erst- bis Viertklässler auch in diesem Jahr wieder Collagen, malten und zeichneten Ritterturniere, Burgfeste und malten wie sich das Leben auf der Burg im Mittelalter abspielte. […]

 

Der Geschichtsverein versteht es, bereits die Jüngsten [für Geschichte] zu sensibilisieren. Ein Schulleiter aus Oberfranken, dessen Schüler schon das zweite Mal teilnahmen, sagte zutreffend: „wir nehmen gezielt an regionalen Wettbewerben teil, um die Schüler an die Geschichte unserer Region heranzuführen und dafür ihr Interesse zu wecken.“ Diesen Standpunkt begrüßen die Organisatoren, zumal sich bei dieser Gelegenheit die Schüler aus Südthüringen und Oberfranken näher kennen lernen […] Das auf diese Weise Freundschaften entstehen, sei ein positiver Nebeneffekt, hieß es.

 

Nicht alle Grundschulen des [Sonneberger] Hinterlandes waren dem Aufruf gefolgt, vermutlich weil es so viele Ausschreibungen für Wettbewerbe gab. Der Jury fällt die Entscheidung auch in diesem Jahr nicht leicht, denn jedes Exponat ist ein echtes Unikat. Schöne Preise – von Sponsoren zur Verfügung gestellt – warten auch heuer wieder auf die Kinder. Dankenswerter Weise hat das Porzellanmuseum Rauenstein die Ausstellung bereitwillig unterstützt, so dass der Preisverleihung am 18. Juli im Rauensteiner Schloss nichts mehr im Wege steht. […]

SPENDENAUFRUF FÜR DEN ERHALT DER BURGRUINE UND DER ERWEITERUNG

DER PORZELLANSAMMLUNG DES MUSEUMS SCHLOSS RAUENSTEIN

 

Spendenkonto vorhanden.