2010

Thüringisch-Fränkischer Geschichtsverein e.V.

 

  • gemeinnütziger Verein für Heimatkunde, Heimatpflege, Denkmalschutz und Denkmalpflege
  • seit 2004 Förderverein der Burgruine Rauenstein und des Museums Schloss Rauenstein

 

Pressearchiv 2010

 

Freies Wort

 

Dienstag, 21. September 2010

 

Rauensteiner Verein stellt Datenbank vor

 

Rauenstein – Der Vorsitzende des Thüringisch-Fränkischen Geschichtsvereins, Kai-Marian Büttner, wurde dieser Tage auf der Jahreshauptversammlung bestätigt. Ihm zur Seite stehen Christof George aus Schalkau als Stellvertreter, Dietmar Lau aus Rabenäußig als Schatzmeister sowie Thomas und Stefan Endter aus Rauenstein als Schriftführer und Beisitzer. Vereinsvorsitzender Büttner wies auf die Arbeit des vergangenen Jahres und besonders auf die Aktivitäten des Vereins auf der Burg und um das Porzellanmuseum hin.

 

Ein zentrales Projekt des Vereins ist die Erfassung der Arbeiter der Porzellanfabrik Rauenstein zwischen 1783 und 1930 in einer Datenbank.

 

In der aktuellen Ausstellung des Museums Neues Schloss sind erste Resultate des Projektes bereits zu sehen. Der Verein beschritt mit dieser Arbeit Neuland in der regionalgeschichtlichen Forschung.

 

(Thomas Schwämmlein)

 

 

Freies Wort

 

Dienstag, 13. Juli 2010

 

Leute, die anpacken

 

Rauenstein - Grasmähen ist bei den derzeitigen Temperaturen kein vergnügungssteuerpflichtiges Ereignis, weder auf diversen Bergwiesen noch auf einem Bergsporn ohne Schatten. Die vier jungen Leute, die dem Gras auf der Burgruine Rauenstein zu Leibe rücken, müssen schon öfters mal zur Wasserflasche greifen oder einfach ein Eckchen Schatten suchen.

 

An Energie fehlt es ihnen aber nicht. "Wir haben heuer schon

vier größere Einsätze gemacht", sagt Kai-Marian Büttner, der Vorsitzende des Thüringisch-Fränkischen Geschichtsvereins. Der Verein hatte sich vor einigen Jahren zur Pflege der Reste der Burg bekannt - und bis heute auch durchgehalten.

 

"Was nützt das schönste Geschichtsbuch, wenn man von der Geschichte in seiner eigenen Heimat nichts mehr sieht", sagt Thomas Ender, während er das gemähte Gras zusammenrecht. Interesse an Geschichte, aber auch der Wille, etwas für seinen Ort zu tun, haben Büttner und die anderen vor Jahren zusammengebracht. Teilweise heftig wurde über Jahre gerungen, bis feststand, dass der Turmstumpf der Burg erhalten und nicht gesprengt wird. Mit dem Betonkorsett für Rauensteins Wahrzeichen können sich manche Rauensteiner bis heute nicht so recht abfinden. "Aber das ist immer noch besser als der Zustand davor mit dem Gerüst und der zerfetzten Folie", erinnert Thomas Enders Bruder Stefan an die mittlerweile Jahre zurückliegenden Ereignisse.

 

Seither wurde es auch etwas ruhig um die Burgruine, die Besitz der Gemeinde Effelder-Rauenstein ist und um die sich aber der Verein kümmert. Trotz der Ruhe, passiert ist seither einiges. Gestrüpp und Bäume wurden gerodet, ein Rundweg angelegt, Tafeln mit Informationen zur Geschichte aufgestellt. Aber zu tun gibt es immer wieder etwas. Und sei es auch nur, mehrmals im Jahr das Gras zu mähen. "Das Gras ist hier sehr widerspenstig", weiß Vereinsvorsitzender Büttner. Da helfe auch die Motorsense nicht weiter. Also muss kräftig Hand angelegt werden. Von der Gemeinde gibt es Unterstützung. Die Vereinsmitglieder können eine Gerätehütte nutzen.

 

Die vier machen dieser Tage den letzten Schliff vor der Sommerpause. Hin und wieder gibt es Ärger. Etwa wenn zur Himmelfahrtszeit der Berg voller Unrat liegt oder randaliert wurde. Verhindern könne man das wohl nicht, meint Büttner. Verzweifeln wollen er und seine Mitstreiter deshalb nicht.

 

Sie nehmen für ihre Burganlage so einiges auf sich. Denn beruflich hat sie ihr Weg weg von Rauenstein geführt. Sie arbeiten oder studieren in Kronach, Erfurt und Saalfeld. Trotzdem opfern sie einen nicht unbeträchtlichen Teil ihrer Freizeit für die Burg. Da hängen auch Erinnerungen dran. "Ich kann mich noch erinnern, dass im Turm noch ein Fenster war", beschreibt Thomas Ender seine frühen Erinnerungen an die Burgruine.

 

"Unter einem Geschichtsverein stellen sich manche ja meist eine bedächtige Runde alter Herren vor, die über Geschichte reden", sagt Büttner. Aber Heimatgeschichte sei eben auch praktisch ausgerichtet und fordere zum praktischen Tun heraus. "Ich kann viel von anderen erwarten, aber nur was man selbst in die Hand nimmt - und sei es noch so klein - dann wird das nichts", meint der Vereinsvorsitzende. Nun, ganz so klein ist das Projekt Burg Rauenstein nicht. An Arbeit wird es auch in den nächsten Monaten und Jahren dort nicht mangeln.

 

Die Burg Rauenstein wurde 1349 durch die Herren von Schaumberg als Mittelpunkt ihrer aus Eigengütern und Reichslehen bestehenden Herrschaft errichtet.

 

Gemeinschaftlich durch diese Familie genutzt, wurde die Burg mehrfach zerstört, aber immer wieder aufgebaut. Teil der Burg war ursprünglich auch die als Burgkapelle errichtete Ortskirche. 1635 letztmalig und endgültig zerstört, wurde die Burg zur Ruine. Bemühungen um den Erhalt der Ruine reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück. Aber auch heutigen Tages gibt es viele Rauensteiner, die sich für das Kulturdenkmal engagieren. [...]

 

(Thomas Schwämmlein)

 

 

Freies Wort

 

Donnerstag, 06. Mai 2010

 

Das Geheimnis ist der Gerstensaft – In Rauenstein wird die Spur des "Weißen Goldes" verfolgt - ganz praktisch am Maltisch.

 

Rauenstein - "Das Bier ist das Geheimnis", sagt die

 

Malerin, vermengt den Gerstensaft mit einem dunklen Pulver und beginnt sicher Striche auf die Tasse zu setzen. Die Runde in der engen Kammer schaut gebannt auf die Tasse, auf der sich die Striche zu Blumen, zu Ranken formen.

 

Schon beginnt die Fachsimpelei über Unter- und Überglasurmalerei und die Kunst der alten Porzellanmaler aus Rauenstein. Die Malerin heiß Petra Mende-Schulze, kennt das Porzellan ganz genau, denn sie hat diese Technik studiert und sehr lange als Ingenieur in der Branche gearbeitet. Heute arbeitet sie als Porzellanmalerin und setzt mehr oder minder das großväterliche Erbe fort, denn der war Blaumaler in der alten Rauensteiner Porzellanfabrik.

 

Über die Historie muss sie nicht viel erzählen, denn die Gäste stehen sozusagen "im Stoff", sind Mitglieder und Freunde des Thüringisch-Fränkischen Geschichtsvereins, haben sich selbst mit der Rauensteiner Porzellangeschichte befasst.

 

"Ist ziemlich leicht", stellt einer der Gäste fest, als er das rohe, unglasierte Porzellan in der Hand hält, abwiegt und vorsichtig wieder auf die Tischplatte stellt. Die Glasur hat ihr eigenes Gewicht und macht gut ein Drittel bis die Hälfte des Kaffeetassengefühls aus, wirft jemand anders in die Runde.

 

Die Malerei auf Porzellan ist so alt wie das Porzellanmachen selbst. "1718 sind Hausmaler in Nürnberg belegt", sagt Kai-Marian Büttner. Er ist der Vorsitzende des Thüringisch-Fränkischen Geschichtsvereins und selbst in der Literatur und in Archiven auf der Spur des "Weißen Goldes" Rauensteiner Herkunft. Büttner weiß von einer stürmischen Entwicklung zu berichten. Im 19. Jahrhundert sei eine regelrechte Porzellanmalindustrie entstanden, die ganz neben den großen Fabriken wirkte.

 

Aber die kleine Gruppe in der Rauensteiner Porzellanmalstube interessierte natürlich die Geheimnisse jener Maler, die den Ruf der kleinen südthüringischen Fabrik begründeten. Bis 1930 arbeiteten die Blaumaler dort, dann wurde die Fabrik geschlossen, das künstlerische und technische Erbe überlebte aber in vielen Geschichten, um die sich wiederum kaum jemand kümmerte.

 

Spurensuche

 

Petra Mende-Schulze aber interessierte genau das, erinnerte sich an die Erzählungen vom Großvater, schaute sich die originalen Scherben an und begann mit dem Blick der Ingenieurin beides zusammenzubringen. "Die Unterglasurmalerei, wie sie Rauenstein praktizierte, wird heute kaum noch verwendet", erklärt sie. Einmal aufgebracht, könne der Strich kaum noch korrigiert werden. Vom Großvater hatte sie Vorlagen übernommen, Schablonen aus Staniolfolien. Dazu kamen Unmengen an Holzkohlestaub. Die Schablonen waren Löcher in den Staniolfolien, darüber stäubten die Maler die Kohle und hatten so eine Vorzeichnung.

 

Und welche Rolle zum Teufel spielt nun das Bier? "Die Farbe muss geschmeidig sein", erläutert Mende-Schulze. Das könne man durch den Zusatz von Zucker und Glyzerin erreichen - beides war aber ziemlich teuer. Dafür habe es aber in Rauenstein jede Menge Wirtshäuser gegeben, in denen Bier ausgeschenkt wurde und es folglich auch Tropfbier gegeben hat.

 

Was also machten die Rauensteiner? Die Bierreste wurden mit der Farbe verrührt. Also greift die Malerin zur Bierflasche, schüttet etwas Gerstensaft in die Schale mit dem dunklen Pulver, verrührt es und streicht damit auf die Porzellantasse.

 

"Funktioniert", kommentiert sie, hält die Tasse den Gästen entgegen, die nicken. Danach versuchen sie es selber. Ein paar kurze Striche darf jeder machen, aber der Aufforderung, die Tasse zu Ende zu malen, möchten die Laien doch lieber nicht folgen. Das geht bei Mende-Schulze auch viel exakter und schneller. Den rechten Arm auf ein gepolstertes Brett gestützt nimmt das Dekor Gestalt an. Die letzte ungläubigen Bemerkungen, die Farbe sei doch schwarz und nicht schön kobaltblau, kann die Fachfrau schnell zerstreuen. "Das Kobaltoxyd wird beim Brennen blau", erläutert sie.

 

Die Spurensuche in Sachen Rauensteiner Porzellan neigt sich dem Ende entgegen, die Gespräche pendeln sich zwischen Aktenfunden und technischem Wissen ein. Es geht um den Fleiß der einstigen Porzellinern und ein lebendiges Erbe, denn Petra Mende-Schulze steht auch in dieser Tradition - nach längerer Pause gibt es in Rauenstein wieder eine Porzellanmalerei.

 

(Thomas Schwämmlein)

 

 

Freies Wort

 

Freitag, 09. April 2010

 

Mitmachen. Ärmel hoch für den großen Frühjahrsputz im Landkreis Freies Wort und Gessner starten ihre gemeinsame Aktion für eine saubere Heimat.

 

Sonneberg - Der Frühling hat seine Türen geöffnet, den Schnee vertrieben und uns gute Laune beschert. Doch ach, wenn wir die Straßenränder anschauen, dann graut uns. Müll und Unrat überall von Nord bis Süd, Ost bis West. Frühjahrsputz tut also not, nicht nur privat, sondern auch auf den öffentlichen Flächen. Wie jedes Jahr startet Freies Wort deshalb gemeinsam mit der Privatbrauerei Gessner die traditionelle Frühjahrsputzaktion.

 

Viele Gruppen und Vereine, die sich in den Vorjahren rührig beteiligten, haben schon nachgefragt, wann es denn endlich losgeht. Jetzt!

 

Für alle, die sich neu engagieren wollen, hier das Verfahren. Wer allein, in Gruppe, Schulklasse oder Verein etwas für die Öffentlichkeit tut, der meldet sich in der Lokalredaktion von Freies Wort in Sonneberg. Wir kommen dann zum Ort des Geschehens und fotografieren die Frühjahrsputzer. Außerdem gibt es je nach Personenzahl einen oder mehrere Gutscheine der Brauerei Gessner über Getränke nach Wahl, die man in jedem Markt einlösen kann, der die Marke führt.

 

In den vergangenen Jahren machten so beispielsweise Schüler in der Stadt Sonneberg Klarschiff. In Föritz wurde eine historische Bahnbrücke von angeflogenen Bäumen befreit. In Neuhaus Schierschnitz und Neuhaus am Rennweg putzten die Kleingärtner. In Steinach wurde ein Teich gesäubert. An der Burgruine Rauenstein und auf der Schaumburg waren Ehrenamtliche am Werk. An den Herrenteichen in Rauenstein wirkten die Heinzelmännchen. So erhielten viele Flecken im Landkreis Sonneberg wieder ein gepflegtes Aussehen.

 

"Wir freuen uns, Aktivitäten von Ehrenamtlichen in unserer Region unterstützen zu können", erklärte Manuela Schäfer, Juniorchefin der Brauerei Gessner. Sie schwang symbolisch mit der Leiterin der Lokalredaktion Martina Hunka den Besen. "Als Heimatzeitung sind wir natürlich gerne dabei, wenn unsere Heimat wieder schön gemacht wird. Wer soll sich wohlfühlen, wenn es ausschaut wie auf einer Müllkippe? Und außerdem: Unsere Gäste schließen von der Gegend auch auf die Bewohner", meint Martina Hunka.

 

"Unser Aufruf richtet sich nicht nur an Vereine. Wir freuen uns besonders, wenn Schulklassen sich an der Aktion beteiligen", erklärte die Journalistin. "Vielleicht hat es einen Erinnerungseffekt für die Teilnehmer, wenn sie im späteren Leben durch die Gegend fahren und versucht sind, ihre Fast-food-Verpackungen durch das Autofenster zu entsorgen.

 

(red)

 

 

Freies Wort

 

Donnerstag, 4. März 2010

 

Nachruf [für das Gründungs- und Ehrenmitglied des TFGV, Werner Müller-Claud]

 

Die Sprache war stets seine Sache

 

Er war Buchdrucker und Ökonom, Journalist und immer auch ein kritischer Beobachter – der Rauensteiner Werner Müller-Claud. Der 89-Jährige verstarb nach längerer Krankheit vor einigen Tagen.

 

Die Sprache war stets sein Metier und selbst bei Leserbriefen […] oder einer Meinungsäußerung zur Kommunalpolitik begegnete uns Werner Müller-Claud mit geschliffenem Wort und wohlgesetzten Sätzen. Mit beiden hatte er sein ganzes Leben zu tun gehabt.

 

1920 in Rauenstein geboren, erlernte er nach der Volksschule den Beruf des Buchdruckers. […] Nach der Kriegsgefangenschaft in Frankreich und der Rückkehr in die Heimat engagierte er sich im Rauensteiner Gemeinderat und in der Jugendarbeit. Zum Studium delegiert, studierte er in Jena Wirtschaftswissenschaften. Seine erste Tätigkeit nach dem Diplom führte ihn ins Ministerium für Hoch- und Fachschulwesen nach Berlin. Dort wurde er in der Pressestelle tätig – und entdeckte seine eigentliche Profession.

 

Diese hieß Schreiben und so wechselte er bald in die vom Kulturbund der DDR herausgegebene Wochenzeitschrift „Sonntag“, die heute noch unter dem Titel „Freitag“ erscheint. Über Jahrzehnte war Müller-Claud für das Blatt tätig, zuletzt als stellvertretender Chefredakteur.

 

Indessen blieb er auch vom fernen Berlin aus seiner Rauensteiner Heimat treu und mischte sich wiederholt immer mal in aktuelle Diskussionen ein – sei es der umstrittene Bau der Puppenfabrik mitten im Dorf oder der Erhalt der Burgruine.

 

Seit Mitte der 90er Jahre wieder ganz daheim in Rauenstein, wurde er erneut zum kritischen Begleiter des Alltagsgeschehens. Wieder gehörte er zu den kritischen Stimmen, die sich für den Erhalt der Burgruine einsetzten. […]

 

Werner Müller-Clauds Leben war von Heimatliebe gekennzeichnet, aber keineswegs von einer kitschigen. Seine Sache war dies nie gewesen; er stand für eine kritische, aber doch liebevolle Beziehung zur Heimat, in der er nun seine letzte Ruhe fand.

 

(Thomas Schwämmlein)

 

 

Freies Wort

 

Mittwoch, 20. Januar 2010

 

„Weißes Gold“ im Blick

 

Vortragsreihen: Das Thema Porzellan spielt heuer in Rauenstein eine große Rolle

 

Rauenstein – Das Jubiläum „250 Jahre Porzellanland Thüringen“ bestimmt auch das Vortragsprogramm von zwei Rauensteiner Vereinen – des Thüringisch-Fränkischen Geschichtsvereins und des Kultur- und Heimatvereins. Beide setzen eigene Akzente in ihrer Geschichtsarbeit.

 

[…] Mehr praktische Akzente setzt der Thüringisch-Fränkische Geschichtsverein. Im April wird der Verein die Porzellanmalerei von Petra Mende-Schulze besuchen. Vereinsvorsitzender Kai-Marian Büttner wird in einer weiteren Veranstaltung Einblick in den aktuellen Stand des Porzellanarbeiterprojekts […] geben.

 

Einen eigenen Akzent wird natürlich auch das Museum Neues Schloss Rauenstein setzen. Am 27. Juni wird dort die Sonderausstellung „Delft – Die Blaue Sehnsucht“ eröffnet. In der Schau wird die Entwicklung eines speziellen Porzellandekors – der Delfter Muster – vorgestellt.

 

Das Thema Porzellan bleibt damit ein wichtiges Rahmenthema für die Geschichtsforschung und Heimatpflege in der Region […]

 

(Thomas Schwämmlein)

 

 

Freies Wort

 

Samstag, 16. Januar 2010

 

Jubiläen - Porzellan, Kirmes und Zeitgeschichte

 

Dieses Jahr haben es die runden Zahlen wirklich in sich. 250, 100 und 20 lauten diesmal die magischen Ziffern.

 

Sonneberg - Zeitgeschichte, Kulturgeschichte und Wirtschaftsgeschichte wird in Gestalt von mehr oder minder runden Jubiläen in diesem Jahr die Menschen zwischen Sonneberg und Rennsteig begleiten. Die Magie der runden Zahl beschert uns die Erinnerung an 20 Jahre Deutsche Einheit, das 100-Jährige des Weltausstellungsobjektes "Thüringer Kirmes und 250 Jahre Porzellanland Thüringen. Dazu kommen noch diverse kleinere Jubiläen, deren rundes Datum, bereits Heimatforscher, Kommunalpolitiker oder Vereinsmitglieder außer Atem bringt. [...]

 

Noch tiefer in die Historie zurück führt ein wirtschaftshistorisches Ereignis. Tourismusagenturen und Museen haben bereits die Werbetrommeln für das Ereignis "250 Jahre Porzellanland Thüringen" in Stellung gebracht. Hintergrund des Ereignisses ist die Nacherfindung des Porzellans durch den Glashüttenmeister Gotthelf Greiner in Limbach bei Steinheid. Dort gelang ihm 1760 ein erster erfolgreicher Porzellanbrand.

 

Damit war das Geheimnis des Porzellans kein Geheimnis mehr und Thüringen wurde von Limbach und einigen anderen Standorten aus zu einem Porzellanland - Industrialisierung inclusive. 1783 entstand im nahen Rauenstein eine weitere Porzellanmanufaktur, die bis zu ihrer Schließung 1930 die gewerblichen Geschicke der Region mitbestimmten.

 

Delft, Beinglas, Puppen

 

Unmittelbare Berührung mit dem Thema Porzellan haben die Museen in Rauenstein, Sonneberg und Lauscha. Gleich zwei Sonderausstellungen - "Delft, die blaue Sehnsucht" und "Designleistungen der Hochschule für Kunst und Design Halle Burg Giebichenstein für Thüringer Porzellanunternehmen" - werden im Museum Neues Schloss Rauenstein das Thema beleuchten. Das Museum für Glaskunst in Lauscha wird sich vom Lauschaer Glas her dem Porzellan nähern und einerseits das sogenannte "Beinglas" als frühes Porzellanimitat vorstellen und an die einstige Porzellanplattenmalerei in der Region erinnern. Aber auch Sonneberg und seine Spielzeugindustrie verbindet viel mit der Porzellanindustrie. Eine dieser Verbindungen wird das Deutsche Spielzeugmuseum durch eine Sonderausstellung aufzeigen, die sich mit der Produktion von Puppenköpfen und Puppen aus Porzellan, vor allem das Unternehmen Armand Marseille in Köppelsdorf, beschäftigen.

 

Aber auch Geschichtsvereine treibt das Thema um. Sowohl der Thüringisch-Fränkische Geschichtsverein wie der Kultur- und Heimatverein haben mehrere Vortr¦ge in ihr Vortragsprogramm aufgenommen.

 

(Thomas Schwämmlein)

SPENDENAUFRUF FÜR DEN ERHALT DER BURGRUINE UND DER ERWEITERUNG

DER PORZELLANSAMMLUNG DES MUSEUMS SCHLOSS RAUENSTEIN

 

Spendenkonto vorhanden.